Packrafting Expedition Island 2019

Und wieder ist es zum Start ungewöhnlich warm. Und – noch ungewöhnlicher – windstill. Seit 2016 jedoch umschwirren uns zum ersten Mal wieder kleine Plagegeister auf den ersten Schritten durch den Lavasand.

Auf einer ähnlichen Route, wie wir sie 2018 neu erkundet haben beginnen wir die 7 autarken Tage auf Island und sind schon bald von der Stille eingefangen, die der sogenannte Superjeep hinterlassen hat, als er ohne uns zurück fährt.

Wie es für Island typisch ist, wird schon am nächsten Tag vieles anders sein als an diesem ersten Tag. Wir werden eingepackt in alles, was wir dabei haben, mit Kapuzen über den Köpfen und kalten Händen, im Packraft sitzen und versuchen, uns in den Nebel hinein warm zu paddeln.

Vor uns liegen da noch fast 6 Tage in ganz verschiedenen Landschaften, zwischen bunten Schwefelfelsen, rauschenden Bächen, Whiteout auf Schneefeldern, grandiosen Aussichten, Sturm in der Nacht und sonnigen Blicken auf einen Wasserfall, und wir hoffen, die Bilder erzählen ein wenig davon.

Das Gefühl solcher Tage, dieses Gefühl auf dieser ungewöhnlichen Insel unterwegs zu sein, lässt sich – immer wieder – eigentlich nicht in Bilder fassen. Wir versuchen es mit dieser Galerie trotzdem.

 

Wenn es jedoch ein Bild gäbe, und eine Geschichte dazu, die beschreibt, warum man auf Island den Weg nie kennt, auch wenn man ihn schon gegangen ist, und warum Island nicht unterschätzt werden sollte, dann ist es dieses:

Entstanden ist es gegen 17 Uhr am vierten Tag unterwegs. Hinter uns liegen da schon fast 15 km auf einem sehr schönen Fluss bei nicht so schönem Wetter, 10 km Querung eines Lavafeldes bei Nebel und Wind und mehrerer Flüsse zu Fuß. Vor uns liegt in 700 m Luftlinie eine der wenigen windgeschützten Stellen dieser Ebene, aber der Fluss an dem wir stehen, hatte deutlich zu viel Wasser, um zu Fuß durchquert zu werden.

Also haben wir, in diesem Wetter, zum zweiten Mal an einem Tag die Packrafts rausgeholt und aufgebaut und am Ende eines langen Tages noch eine wildwassertechnisch anspruchsvolle Flussquerung durchgeführt.

Die Sonne, der Blick auf den Gletscher und die Sicht auf die grandiose Landschaft, die wir durchquert haben, kam dann am nächsten Nachmittag. Und plötzlich saßen wir da im T-Shirt.

Über den Autor:


Sebastian, Leiter der Expedition und im Grunde zufrieden, solange es genug Wasser und Schokolade gibt. Mehr über Sebastian gibt es auch hier.

2020 werden wir kurz einmal nicht auf Island sein. Ab 2021 werden wir jedoch mit etwas Glück wieder mit einer Gruppe abenteuerlustiger Packrafter durch die Lavafelder streifen.


Mehr Infos hier.

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