Freestyle ganz Nahe

Über den Autor:


Sebastian, Gründer und Inhaber von Land Water Adventures, und im Grunde zufrieden, solange es genug Wasser und Schokolade gibt. Mehr über Sebastian gibt es auch hier.

Es wäre spannend gewesen, kurz die Gedanken der Menschen im Park zu erfahren. Im Park von Bad Münster am Stein, als plötzlich aus dem Wald der gegenüberliegenden Uferböschung kurz nacheinander fünf Packrafts mit tief sitzenden Menschen – Rucksäcke auf dem Schoß – auf die andere Uferböschung zugepaddelt kamen.

Dann ausgestiegen sind.

Die Packrafts zusammengerollt und die Paddel zusammen gepackt haben.

Die Schwimmwesten ausgezogen haben.

Und fröhlich unterhaltend Richtung Rotenfels weiter gelaufen sind.

Spulen wir zurück zum Anfang. Oder zu den Anfängen.

Das Hahnenbachtal im Morgennebel – Einer der Freestyle-Startpunkte

Davon gab es in der kurzen Zeit schon einige: Minus 2°C und Sonnenschein, Donnerstag, 8:30 im Hahenbachtal am Schloss. Oder 8°C mit Regen, Sonntag, im Park und noch zweimal verschiedenes dazwischen – und schon sind die Bedingungen zum Start der ersten Hunsrück-Freestyle-Kurse zusammengefasst.

Start in den zweiten Hunsrück-Freestyle

Sind sie das wirklich? „Für einen Tageskurs wäre ich eigentlich nicht aufgestanden, für den aber schon“. Sagte einer. „Eine Flussquerung mit Packraft als Teil der Wanderung in einem Tageskurs? Bin ich dabei!“, sagte eine andere. Die Koordinate für den Startpunkt hatten alle erst zwei Tage vorher bekommen. Und von der Querung erst am Morgen erfahren.

Als wir nun also eine Weile nach unserer Flussquerung vom Rotenfels aus ins Nahetal schauen, frage ich mich, warum ich nicht schon früher damit angefangen habe, expeditionsartige, spontane Tageskurse zu machen, in denen meine Guides und ich unsere Ideen ausprobieren können.

Die Schwimmweste auf dem Gipfel – immer ein schöner Kontrast und Zeichen dafür, dass hier mehr drinsteckt als ein Wanderer

Es ist ohne Frage ein positiver Effekt dieser aktuellen Zeit – daneben, dass es unbestreitbar schade war, im letzten Jahr nicht in Albanien oder nahe Alaska zu Packraften – dass wir auch zuhause noch einmal mehr in den Abenteurer-Modus gerüttelt wurden, in die Frage, was geht, und wie geht Abenteuer ganz nah?

Als die fünf Wagemutigen jedenfalls, am Ufer der Nahe, damit konfrontiert waren, was an ihren Packsystemen noch zu optimieren wäre, wenn sie jetzt nicht für eine Flussquerung bei diesen Bedingungen, sondern bei Sandsturm, Regen und Nebel auf Island stünden, hat das nicht nur bei mir Expeditions-Feeling geweckt.

Eine Frau in einem gelben Packraft mit violetter Schwimmweste quert die Nahe.
Eine Teilnehmerin bei der Flussquerung mit Minimalaufbau

Erst am Nachmittag, nach fast 13 Kilometern und 450 Höhenmetern – auch das eher wie auf einer Expedition als bei einem normalen Tageskurs – kamen wir am Fluss an und der zweite Teil des Tages begann da erst. Leicht groggy, aber mit spürbarer Vorfreude auf den Fluss, kehrte Stille ein. Hier habe ich dann gespürt, wie erfahren meine TeilnehmerInnen waren. Die Abläufe waren klar und nach wenig Zeit, vielen Snacks und dem Genießen der stillen Wiese ging es dann auf’s Wasser.

Das ist eine Besonderheit des Packraften, die man erst spürt, wenn die Laufstrecke lang genug war. Das Privileg, einen Fluss nutzen zu können, der das ganze schwere Gepäck mit ein paar wenigen Paddelschlägen gefühlt schwerelos durch die Landschaft trägt. Wer einmal 20 Kilogramm über einen Hügel in Norwegen oder den Rotenfels an der Nahe getragen hat kennt dieses Gefühl.

Der Sonntag war zwar nicht sonnig aber wolkig wunderschön 🙂 . Besonders diese, für mich neue, Herausforderung 4h mit Packraft-Gepäck bergauf und bergab zu laufen, und zwischendrin mal kurz den Fluss zu queren, waren für mich die absoluten Highligts. Natürlich gab es tolle Ausblicke auf die Nahe, schöne nach nassem Laub duftende Waldwege, aber es war eben mal dieser andere Aspekt des „Wander-Paddelns“, der oft durch das spaßigere Paddeln als notwendiges Übel angesehen wird, um erst ans Wasser zu kommen.

– Eine Teilnehmerin

Was folgte, war Fluss. In den Wellen spielen, reden, treiben lassen und paddeln und die Landschaft im Vorbeifliegen – bevor wir am Abend dann wieder am Ausstieg waren. Der Abschied war dann fast schon so schwer wie nach einem mehrtägigen Kurs.

Der Fluss trägt uns davon

Sind die Freestyle-Kurse also nur für Cracks? Durchaus nicht. In zwei von vier Kursen waren ambitionierte, fitte, Outdoor-erfahrene Packraft-Neulinge dabei und haben sich mit vielen theoretischen Inhalten, einem Packsystem-Workshop am Ufer und positivem Crashkurs-Gefühl durchaus wohl gefühlt.

„Freestyle“ war für mich als ambitionierter Packraft-Newbie ein perfekter Crashkurs. Mit jeder Menge Spaß, perfekter Gruppengröße und individuellem Programm genau auf die Gruppe und deren Fragen maßgeschneidert. Freestyle eben!

– Adrian

Wir haben an diesen Kursen dann mehr Zeit mit Paddeltechnik verbracht, weniger Expeditionselemente eingebaut und trotzdem den Tag bis Sonnenuntergang genossen. Lange Tage machen diese Kurse auch aus.

Und eben die Mischung, wo erfahrene Packrafter auf ihre Kosten und durchaus auch mehrfach mitkommen….

Einen herzlichen Dank an Sebastian und das LWA-Team, in diesen Zeiten eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Ein tolles Event in einer super Gruppe. Musste dann auch gleich noch ein zweites Mal mit. Wenn es zeitlich klapt, auch ein drittes Mal.

– Hilmar

… und ambitionierte Packraft-Einsteiger von Cracks und Guides gleichsam Tipps und Tricks mitnehmen können. Oder auch einfach nur den unbändigen Spaß daran, gemeinsam unterwegs zu sein.

Auch erfahrenen Wildwasser- und Multiday-TeilnehmerInnen bieten die Freestyle-Kurse neue Erfahrungen!

Bleiben die nächsten Kurse wie die ersten? Manchmal ja, manchmal nein. Ideen gibt es viele: Wie wäre es mit Freestyle Advanced nur für TeilnehmerInnen mit eigenem Equipment: Wir treffen uns irgendwo auf einem Berg und ziehen gemeinsam los zum nächsten Fluss?

Oder Expeditionssimulationen mit spontanen Planungsänderungen, Challenges unterwegs und vielem mehr. Lasst euch überraschen und darauf ein.

Oder noch einmal die Rotenfels-Runde mit Flussquerung. Freestyle eben!

Was sind sie, diese Freestyle Kurse?


Kurz gesagt: Expeditionserfahrene Guides nehmen erfahrene Packrafter und auch ambitionierte, fitte und outdoor-erfahrene Packraft-Einsteiger mit auf einen Tag wie sie ihn selbst machen würden. Sie sind kein Einstiegskurs. Dafür sind unsere Tageskurse an der Nahe da.


Und wann finden sie statt? Immer wieder durch das Jahr, wenn Sebastian oder einer der expeditionserfahrenen Guides eine Idee, Zeit und Laune hat.


Alle Worte jedoch ersetzen eines nicht: Mitmachen und erleben. Wir freuen uns auf euch!


Mehr Info: Zur Ausschreibung auf der LWA-Webseite


Auf dem Laufenden bleiben über neue Termine? Dann meldet euch gerne zu unserem Freestyle-Newsletter an. Schreibt uns dazu einfach eine Mail oder Nachricht über einen unserer Messenger-Kanäle.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.